Alternative Nobelpreise 2020: Verdiente Ehrung von beispielhaften Menschen- und Bürgerrechtsverteidigerinnen und-verteidigern

Meine Pressemitteilung, zusammen mit Margarete Bause, vom 01.10.2020 zur Verleihung der diesjährigen Alternativen Nobelpreise.

Die Right Livelihood Award Stiftung hat in einer Zeit, in der weltweit Kämpferinnen und Kämpfer für Freiheit und Menschenrechte stärker bedroht sind denn je, klare Zeichen gesetzt. Mit Ales Bjaljazki und der von ihm gegründeten Wjasna wird eine Organisation geehrt, die sich wie keine andere für politische Gefangene, Verfolgte und deren Familien einsetzt. Die von Wjasna initiierte Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen ist beispielhaft. Für die Bundesregierung muss diese Auszeichnung ein Appell sein, ihre Unterstützung der Zivilgesellschaft von Belarus zu verstärken, Schluss zu machen mit ihrem jahrelangen Kuschelkurs gegenüber Diktator Lukaschenko und ihn sowie seine Schergen mit Sanktionen zu belegen.

Nach dem Tod von George Floyd, der landesweite Proteste auslöste und die unverhältnismäßig hohe Zahl schwarzer Menschen, die im US-Strafrechtssystem getötet und inhaftiert werden, wieder deutlich machte, ist die Würdigung des US-Bürgerrechtsanwalts Bryan Stevenson ein bedeutendes Zeichen für die Wichtigkeit seines Bemühens, das US-Strafrechtssystem zu reformieren.

Die Ehrung von Nasrin Sotoudeh aus dem Iran und Lotti Cunningham Wren aus Nicaragua ist darüber hinaus ein starkes Signal für die Bedeutung von Frauen im Kampf für Menschenrechte. Seit Jahren setzen sich die beiden Menschenrechtsanwältinnen trotz massiven Drucks ihrer jeweiligen Regierungen furchtlos für die Rechte von Frauen, Kindern, und Minderheiten ein. Lotti Cunningham Wren ist vor allem für ihren Einsatz für Indigene in Nicaragua bekannt, für die sie auch juristisch bereits sehr viel erreichen konnte. Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere auf vulnerable Gruppen wie indigene Gemeinschaften in Nicaragua und Lateinamerika insgesamt, zeigt sich aber auch, warum dieses Engagement unbedingt weltweite größere Unterstützung benötigt.

Auch in den Gefängnissen im Iran grassiert die Pandemie, weswegen Nasrin Sotoudeh kürzlich 46 Tage in den Hungerstreik getreten war, um auf die Misshandlung von Inhaftierten aufmerksam zu machen und die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern. Ihre Auszeichnung ist eine wirkungsvolle Hommage an ihren inspirierenden Mut, ihre Menschlichkeit und ihren unermüdlichen Einsatz für Recht und Gerechtigkeit. Möge er auch dazu dienen, internationale Bemühungen für ihre dringende Freilassung voranzutreiben.

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