Zur erneuten militärischen Eskalation in Idlib

Mein Pressestatement vom 26.10.2020 zur erneuten militärischen Eskalation in Idlib.

„Mit dem heutigen Angriff russischer Bomber auf Ziele im nördlichen Idlib mit mehreren Dutzend Toten und Verletzten droht die Lage in der syrischen Provinz erneut zu eskalieren. Der Angriff galt einer von der Türkei unterstützten Rebellengruppe. Seit Monaten hat es keine so hohe Opferzahl mehr gegeben. Russland und die Türkei stehen in der Verantwortung und müssen sich auf ihr Idlib-Abkommen vom März besinnen, das die Kämpfe weitgehend eingefroren und eine politische Lösung angestrebt hatte. Eine erneute Gewaltspirale muss verhindert werden in dieser hochgerüsteten Region.

Seit Monaten hat die Türkei ihre Militärpräsenz im Norden Idlibs verstärkt. Sie steht einer zum Angriff bereiten syrischen Armee mit russischer und iranischer Unterstützung im Süden gegenüber. Militärische Provokationen sind unter diesen Bedingungen ein Spiel mit dem Feuer und könnten das Pulverfass Idlib endgültig entzünden. Erneut wären Zivilisten die Hauptleidenden. Die Provinz beherbergt viele Tausend Flüchtlinge aus ganz Syrien, die dort ihre letzte Zuflucht vor der Verfolgung durch das Regime von Syriens Präsident Assad gesucht haben. Eine militärische Eskalation könnte viele von ihnen, die dort in harschen Winter-Bedingungen ausharren, gen Norden treiben.

Ob in Syrien, Libyen oder im Kampf um Berg-Karabach: Russland und die Türkei dürfen ihre Stellvertreterkriege nicht weiter ungehemmt austragen und die Region destabilisieren.“

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